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ready4health

Ein Health Report System für Gesundheits- und Sicherheits­management in Betrieben

Messung psychischer Belastungen

Hintergrund & Einsatz

Der Fragebogen zur Messung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz (r4h_Psyche) erfasst und beurteilt die im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) definierten Dimensionen arbeitsbedingter psychischer Belastungen. Die wesentlichsten theoretischen Grundlagen für die Erstellung des Tools bildeten das Anforderungs-Kontroll-Modell nach Karasek & Theorell (1990) sowie das Gratifikationsmodell nach Siegrist (2004). Das Tool wurde anhand der Vorgaben der ÖNORM EN ISO 10075-3 statistisch validiert (Validierungsdokument) und orientiert sich am Leitfaden der Arbeitsinspektion zur Bewertung der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen im Rahmen der Kontroll- und Beratungstätigkeit.

Im Sinne eines ganzheitlichen Gesundheits- und Sicherheitsmanagements ist der zusätzliche Einsatz eines Tools zur Messung des Stellenwerts von betrieblichem Gesundheits- und Sicherheitsmanagement (r4h_BGF) eine sinnvolle ergänzende (und freiwillige) Maßnahme zur Reduzierung psychischer Belastungen. Mehr Informationen zum Fragebogen und welche zusätzlichen Vorteile der kombinierte Einsatz beider Tools bringen, erfahren Sie hier.

Aufbau des Fragebogens und Ablauf der Befragung

Mit dem Fragebogen werden arbeitsbedingte psychische Belastungen in vier Bereichen (= Dimensionen) erfasst und auf kollektiver Ebene beurteilt. Die Befragung erfolgt onlinegestützt über einen zugewiesenen Link pro vorab definierter Struktureinheit und dauert fünf bis zehn Minuten.

r4h_Psyche

Die persönliche Einstellung der MitarbeiterInnen wird pro Aussage auf einer vierstufigen Likert-Skala abgefragt, zwei davon sind exemplarisch im Folgenden abgebildet:

Psycho CRF

Auswertungsbericht

Die Befragungsdauer kann individuell vom Unternehmen festgelegt werden. Am Ende erhält das Unternehmen einen standardisierten Auswertungsbericht für jede zuvor definierte Organisationseinheit. Die gesamte Dateneingabe und -speicherung erfolgt anonym. Die sogenannte „Anonymitätsschranke“ gewährleistet, dass Ergebnisse auf einzelnen Ebenen erst ab einer Fallzahl von mindestens zehn Personen angezeigt werden und somit nicht auf einzelne Personen rückführbar sind. Wird diese Fallzahl unterschritten, so sind die Datensätze dieser Organisationseinheit ausschließlich auf der übergeordneten Ebene sichtbar. Die Gewährung einer absoluten Anonymität sowie des Datenschutzes sollen zu einer hohen Rücklaufquote und einer wahrheitsgetreuen Beantwortung (Reduktion von sozial erwünschten Antworten) beitragen.

Angezeigt werden die Ergebnisse pro Aussage/Fragestellung und (zusammenfassend) pro Dimension. Zusätzlich erhält das Unternehmen Referenzwerte als Orientierungsrahmen zur Bewertung der Ergebnisse sowie zur Schwerpunktsetzung bei der Entwicklung von Maßnahmen.

Der Auswertungsbericht stellt somit die Ausgangsbasis für weitere Schritte im Rahmen der Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz dar. Mit der anschließenden (ebenso gesetzlich geforderten) qualitativen Vertiefung der Übersichtsmessung können im Rahmen von Workshops Maßnahmen abgeleitet werden.