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ready4health

Ein Health Report System für Gesundheits- und Sicherheits­management in Betrieben

Über ready4health

Hintergrund

Pychosoziale Risiken am Arbeitsplatz können zum Teil schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen. Ein Drittel aller ArbeitnehmerInnen in Österreich ist derartig hohen Belastungen ausgesetzt, welche in einer Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens resultieren (WIFO, 2012, S. 46). Die Ergänzung der EU-Rahmenrichtlinien zum betrieblichen Arbeitsschutz mit der Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (OSH Strategic Framework) setzte bereits 2007 ein klares Signal in Richtung Prävention arbeitsbedingter physischer und psychischer Belastungen.

Vor diesem Hintergrund und um den notwendigen Bewusstseinsbildungsprozess auch auf nationaler Ebene zu unterstützen sowie die Auseinandersetzung mit diesem Thema zu intensivieren, wird die Analyse der arbeitsbedingten psychischen Belastungen (im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsplatzevaluierung) nun stärker betont (Österreichische ArbeitnehmerInnenschutzstrategie; ASchG Novelle-2013). Die AUVA hat mit der Entwicklung einer eigenen Präventionsstrategie ihren gesetzlichen Auftrag untermauert und sich klar als Ansprechpartner für Klein- und Mittelunternehmen (KMU’s) zu den Themen Prävention und ArbeitnehmerInnenschutz positioniert.

Österreichische Unternehmen (gesetzliche Grundlage: ASchG) und Organisationen des Bundes (gesetzliche Grundlage: B-BSG) sind seit 1.1.2013 bzw. 1.1.2014 dazu verpflichtet, psychische Gefahren am Arbeitsplatz mit standardisierten und normierten Verfahren zu erheben, zu dokumentieren und sich der Umsetzung von ursachenbezogenen und kollektiv wirksamen Maßnahmen zu widmen.

Dadurch sollen bestehende und potentielle Risiken erkannt und im Rahmen der im Betrieb gegebenen Möglichkeiten, Maßnahmen zur Prävention und Reduktion der Belastungen eingeleitet werden. Da es sich bei den Daten, auch arbeitsrechtlich gesehen, um besonders schützenswerte Informationen handelt, wird das Hinzuziehen externer FachexpertInnen empfohlen. Diese können allen Beteiligten einen vertraulichen Umgang mit den erhobenen Daten zusichern, wodurch die Wahrscheinlichkeit der Erzielung wahrheitsgetreuer Informationen der Befragten steigt.

Teilnahme am Forschungsprojekt

In den nächsten beiden Jahren liegt der Fokus des Projekts – aufgrund des gesetzlichen Auftrags des Wirkungsnachweises (ASchG §4; B-BSG §4) und der praktischen Relevanz – auf der Akzeptanz und Effektivität der gesetzten Maßnahmen zur Reduzierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Durch die Analyse der strukturellen Rahmenbedingungen soll erforscht werden, welche Kriterien den Wirkungsgrad von Maßnahmen bzw. von Maßnahmenbündel beeinflussen. Zusätzlich soll versucht werden, ein kennzahlengestütztes Bewertungsschema zu entwickeln, um die Effizienz von Maßnahmen zur Reduzierung psychischer Belastungen in Form eines Return on Investments (ROI) abzubilden.

Unter Berücksichtigung des mittlerweile gut erforschten und belegten Einflusses zwischenmenschlicher Beziehungen am Arbeitsplatz auf die Gesundheit kommt der Dimension „Sozial- und Organisationsklima“ besondere Bedeutung zu. Die Forschungshypothese ist, dass Maßnahmen zur Reduzierung psychischer Belastungen, welche in diesem Bereich auftreten, ein besonderer Stellenwert in Hinblick auf die Schaffung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen zukommt. Somit stellt das Sozial- und Organisationsklima, welches eine besondere Schnittstelle zur Betrieblichen Gesundheitsförderung aufweist, einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt von ready4health dar.

Die Fortsetzung des Forschungsprojektes der FH Burgenland in Kooperation mit der AUVA birgt aus Sicht eines Unternehmens die einmalige Chance in sich, dem gesetzlichen Auftrag des Wirkungsnachweises nachzukommen. Ganz gleich in welchem Stadium sich Ihr Unternehmen im Rahmen der Evaluierung psychischer Belastungen befindet, Sie können an dem Forschungsprojekt teilnehmen und die Akzeptanz- und Wirkungsanalyse durchführen.